Im ersten Jahr schieben viele Eltern ihren Kinderwagen fast jeden Tag: zum Bäcker, zur Kita, in den Park oder auf langen Spaziergängen, wenn das Baby nur unterwegs einschläft. Dazu kommen Bordsteine, Treppen, der Kofferraum und das Tragen der Babyschale. Kein Wunder, dass Nacken, Schultern und Rücken sich irgendwann melden. Mit ein paar Einstellungen und Gewohnheiten lässt sich die Belastung im Alltag aber deutlich angenehmer gestalten. Dieser Ratgeber sammelt praktische Tipps, die für fast jedes Modell gelten.
Der Schiebebügel ist die wichtigste Stellschraube. Ist er zu niedrig, beugen Sie sich beim Schieben nach vorn, und der untere Rücken arbeitet ständig mit. Ist er zu hoch, ziehen Sie die Schultern hoch. Eine einfache Faustregel: Stellen Sie sich aufrecht hinter den Wagen und lassen Sie die Arme locker hängen. Wenn Sie den Bügel greifen, sollten die Ellbogen leicht gebeugt sein und die Schultern entspannt bleiben.
Schieben Sie den Wagen möglichst nah am Körper, mit beiden Händen am Bügel und aufrechtem Oberkörper. Der Antrieb kommt aus den Beinen, nicht aus den Armen. Einhändiges Schieben, während die andere Hand das Handy oder einen Kaffeebecher hält, ist auf Dauer ungünstig: Der Körper verdreht sich leicht, und Sie haben den Wagen an Bordsteinen schlechter im Griff.
Auf langen Strecken hilft es, ab und zu bewusst die Schultern sinken zu lassen und den Griff zu lockern. Ein fester Klammergriff spannt Unterarme und Nacken unnötig an.
Ein voll beladener Wagen ist schwerer zu schieben, zu lenken und zu bremsen. Dabei kommt es nicht nur auf das Gewicht an, sondern auch darauf, wo es sitzt.
An Bordsteinen drücken Sie den Schiebebügel leicht nach unten, sodass die Vorderräder sich anheben, und schieben dann die Hinterräder nach. Das ist schonender, als den ganzen Wagen anzuheben. Bergab halten Sie den Wagen mit beiden Händen und gehen langsam; bei längeren Gefällen ist die Handschlaufe am Bügel, falls vorhanden, eine sinnvolle Sicherung.
Auf Treppen ohne Aufzug ist es meist besser, das Kind getrennt zu tragen und den Wagen anschließend zu holen – oder zu zweit anzufassen: eine Person am Schiebebügel, eine am Rahmen vorn. Fassen Sie den Wagen am Gestell an und nicht an Teilen, die laut Anleitung nicht zum Tragen gedacht sind.
Viele Rückenprobleme entstehen nicht beim Schieben, sondern beim Heben. Ein paar Grundregeln helfen:
Wenn Sie gerade einen Kinderwagen aussuchen, lohnt sich ein Blick auf die Punkte, die im Alltag den Rücken entlasten:
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Dieser Ratgeber enthält allgemeine Hinweise und ersetzt keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Wenn Rückenschmerzen anhalten, lassen Sie sich bitte fachlich beraten. Beachten Sie außerdem immer die Bedienungsanleitung des Herstellers Ihres Kinderwagens.